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Spionagesoftware-Entwickler Hacking Team Opfer von Hacker

Die Firma Hacking Team dürfte nicht allen ein Begriff sein. Mir zumindest war das Unternehmen komplett neu. Hierbei handelt es sich um einen Entwickler aus Italien, welcher sich auf Spionagesoftware spezialisiert hat. Das Team beliefert viele Länder, darunter sogar Regierungen. Nun wurde das Unternehmen Opfer einer schweren Hackerattacke.

Die italienische Firma Hacking Team hat aktuell keine goldenen Stunden. Gestern Abend wurde der Italiener gehackt und muss womöglich einen hohen Schaden verkraften. Nicht nur in Sachen Geld, sondern auch im Image. Dem Unternehmen wurden Dokumente gestohlen, welche nun in Tauschbörsen angeboten werden. Insgesamt handelt es sich um ein Datenpaket von etwa 400 Gigabyte. Zu den veröffentlichten Daten gehören nicht nur die internen E-Mails, Rechnungen sondern auch Teile des Quellcodes des Spionageprogramms. Außerdem wurden wie Teltarif berichtet in einer Tabelle einige Passwörter von Mitarbeitern veröffentlicht. Das Erstaunliche: viele darunter sind für Hacker „leichtes Futter“. Zu finden sind nämlich Passwörter wie Passw0rd oder Pas$word.

 

Hacking Team selbst Opfer einer Attacke hacking team Spionagesoftware-Entwickler Hacking Team Opfer von Hacker shutterstock 12177226 680x454

 

Bislang streitet Hacking Team ab, die Software an Regierungen zu liefern. Die Dokumente zeigen jedoch gegensätzliches. 2012 als Beispiel wurde eine Überwachungssoftware an Ägypten verkauft. Zu den Kundenkreisen gehören jedoch auch Kunden aus Russland, USA, Deutschland, Libanon, Kolumbien, Aserbaidschan sowie Südkorea. Eine weitere Rechnung von rund 480 000 Euro beweist außerdem, dass die sudanesische Regierung zu einem der Kunden zählt.

Nicht nur Dokumente wurden veröffentlicht, sondern der Twitter Account von Hacking Team gehackt. Über diesen wurden unter anderem die Links zu den Daten in den Tauschbörsen verteilt. Selbstverständlich ist unklar, wer hinter dem ganzen Vorfall steckt. Anscheinend habe Hacking Team aktuell jedoch einen Streit mit der UNO. Hierbei geht es um die Spionagesoftware Da Vinci. Uno möchte den Export in andere Länder verbieten, was das italienische Unternehmen offenbar nicht einsehen möchte. Mit Da Vinci lässt sich im Großen und Ganzen der komplette Computer überwachen und Daten abfangen. Von Skype über das Mikrofon bis zu dem aktuellen Standort. Auf dem Twitter-Account von Hacking Team sind mittlerweile anscheinend die Tweets wieder gelöscht worden. Jedenfalls ist der neuste Tweet aktuell vom 24. Juni.

Quelle Bild: Shutterstock

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Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


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  1. Hacking Team gehackt - Spionagesoftware-Macher attackiert › Henning Uhle 8 Juli, 2015, 09:04

    […] kann, wie ich es oben skizziert habe, könnte nun in falsche Hände geraten sein. Zumal ja auch die Passwörter von Mitarbeitern bekannt wurden. Damit ist eigentlich die Firma beendet. Und weil man nie weiß, wie damit umzugehen ist, bin ich […]

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