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iPhone 8 im Test – Eine fortschrittsfeindliche Weiterentwicklung im Schatten des iPhone X

iPhone 8 im Test – Eine fortschrittsfeindliche Weiterentwicklung im Schatten des iPhone X

Das iPhone hat sich binnen der letzten zehn Jahren rasant zum Höhepunkt des technischen Wandels für Mobilgeräte entwickelt. Digitalkameras, MP3-Player und Navigationsgeräte sind plötzlich keine Notwendigkeit mehr, sondern gelten als überflüssig und abgelöst. Diese ehemaligen Must-have Geräte vereinte Apple, aber auch Samsung und Co. im Laufe der Zeit durch unseren täglichen Begleiter und Freund – Das Smartphone. Und obwohl sich die Technik in Mobiltelefonen so schnell wie noch nie weiterentwickelt, ist das neue iPhone 8 doch teilweise in der Zeit stehengeblieben.

Dank des Onlinehänders Cyberport* konnten wir Apples “neue Mittelklasse” einen Monat lang ausgiebig testen. In diesem Testbericht teilen wir die Erfahrungen mit dem neuen iPhone 8 und ob das Gerät im Schatten des iPhone X überhaupt bestehen kann.

Design: Zentrale Elemente wie vor drei Jahren

Eine neue Glasrückseite macht noch lange keinen Charakter aus. Auch das Argument “Ein gutes Design wird niemals alt”, findet beim neuen iPhone 8 keine Anwendung mehr. Während Apple mit der Glasrückseite im iPhone den Vogel abschießen wollte, haben sie doch eher in den Ofen gezielt. Optisch gleicht das iPhone 8 nämlich einem getunten iPhone 6 (zum Testbericht). Derselbe abgerundete Aluminiumrahmen und das “robusteste Glas in einem Smartphone” zersplittert doch ziemlich leicht in etlichen Tests – Hinten und vorne. Zum Abschluss noch die selben, fetten Displayränder und eine Fassade im neuen Space Grau Finish. Top!

Wer das teure Gerät nach einer langen Zeit in einem guten Zustand vorfinden möchte, sollte entweder auf Hüllen beziehungsweise Schutzfolien zurückgreifen, oder sehr gut aufpassen. Weiterhin ist das iPhone 8 nach IP67 zertifiziert und nach bestimmten Prüfungen zufolge Wasser- und Staubgeschützt. Doch aufgepasst. Sobald das iPhone durch das Eindringen von Wasser oder anderen Flüssigkeiten beschädigt wird, greifen die Garantiebestimmungen nicht mehr.

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Überholt, veraltet, unzeitgemäß: Das Retina-Display

Das im iPhone 8 verbaute IPS-Display hat seine Wurzeln noch im iPhone 4. Jeden Tag begrüßt das vor sieben Jahren eingeführte Retina-Display den Nutzer. Tatsächlich liefert die altbekannte Retina-Anzeige im krummen HD-Format ein gutes, angenehmes und lebendiges Bildergebnis. Eine starke Farbintensität im Alltag bleibt nicht aus. Doch für die Zukunft ist die Blume bereits verwelkt. Die Auflösung und Farbkraft des IPS-Panels wurde bereits von Konkurrenten deutlich überholt.

Mit einer Pixeldichte in Höhe von 326 ppi wird das iPhone 8 zwar mit einer guten Schärfe versorgt, aber nicht für zukunftsweisende Technologien, wie Virtual Reality, abgedeckt. Die geringe Auflösung von 1.334×750 Pixeln ist somit also nur bedingt tragisch. Weiterhin besitzt das Retina-Display die bereits im iPad Pro (zum Testbericht) verwendete TrueTone-Funktion. Hierbei werden die Weißtöne an das Umgebungslicht angepasst, um für ein besseres Seherlebnis zu sorgen. Ein Detail, das zwar gut funktioniert, aber dennoch nicht großartig im Alltag auffällt.

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Ein Performance-Monster

Der neue Prozessor im iPhone 8 sowie iPhone 8 Plus stellt gleich eine ganze Parade an neuen Benchmarkrekorden auf. Egal, ob Geekbench, Antutu oder 3D Mark: Der neue Chip bildet die einsame Spitze der Rankings. So erzielt das iPhone 8 bei Antutu satte 211.629 Punkte, gefolgt vom iPhone 8 Plus. Bei Geekbench erreicht das iPhone im Single-Core fast 4.400 Punkte. Der Score des Multi-Cores geht dabei schon über 10.000. Selbst die Benchmark App 3D-Mark beurteilt die hauseigenen Ice-Storm Tests als “zu einfach” für Apples neuen SoC. Um das iPhone 8 also an das Limit der Leistung zu bringen, haben wir Radiation City, Infinity Blade III und Lost Within genutzt. Und obwohl diese Apps zu den grafikintensivsten Spielen im App Store gehören, ist es nicht gelungen, dem iPhone 8 einen Einbruch der Performance nachzuweisen.

Kein Wunder auch: Der neue Prozessor in Apples Spitzenmodellen wird im 10-nm Verfahren von TSMC gefertigt. Samsung und Imagination Technologies gehen dieses Jahr leer aus. Der A11 Chip setzt auf Apples eigene dreikern-GPU, statt die bisher üblichen PowerVR Grafikeinheiten des britischen Herstellers. Die ganze Hexerei besteht zusammengefasst aus zwei Monsoon- sowie vier Mistralkerne und 2 GB RAM. Die genaue Taktrate des Hexa-core-Prozessors ist allerdings unklar.

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Moderne Ladesysteme nur gegen Aufpreis

Apple selber behauptet, erst dann neue Technologien in ihre Geräte zu verbauen, wenn diese auch ausgereift sind. Scheinbar ist das QI-Konzept, also das drahtlose Laden, für die Kalifornier nun ausgearbeitet genug, um es zu implementieren. Wer sich das neue iPhone zugelegt hat und in den Genuss von Wireless Charging kommen möchte, muss sich, wie bereits erwartet, das induktive Ladegerät nachkaufen. Dieses ist nicht im Lieferumfang enthalten. Apple bietet einige QI-Charger bereits im eigenen Store an. Allerdings können zertifizierte Ladegeräte auch über andere Händler bezogen werden. Für das induktive Laden kann auf bereits vorhandene Ladegeräte zurückgegriffen werden, Apples eigene AirPower ist erst ab 2018 erhältlich und soll womöglich 199 US-Dollar schwer sein.

Und dabei bleibt es nicht: Mindestens 88 Euro müssen hingeblättert werden, um ein USB-C Netzteil und USB-C auf Lightning Kabel zu erwerben, um die Schnellladefunktion zu nutzen. Anschließend kann das iPhone innerhalb von 30 Minuten 50 Prozent der Batterie aufladen. Das ist auch gut so, denn der Akku im neuen iPhone 8 macht, was er will. Tatsächlich gab es während unserer Testphase Tage, bei der das iPhone bereits zur Mittagszeit keinen Saft mehr hatte. Zu anderen Zeitpunkten hielt das iPhone jedoch bis zu 1,5 Tage durch. Fehler sorgen dafür, dass der Akku sich nicht lädt und können nur durch ein Neustart behoben werden. Zwar ist hier wohl eher die Software am Akku-Tohuwabohu schuld, dennoch ist dieser Aspekt sehr ärgerlich.

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Das iPhone 8 kommt mit dem neuen Betriebssystem iOS 11. Wesentliche Designelemente, wie das Kontrollzentrum, der Sperrbildschirm oder der App Store, wurden graphisch neu entworfen und bieten nun mehrere Funktionen. Im Alltag fühlt sich die Software appletypisch angenehm und flüssig an. Weiterhin bietet das Betriebssystem die Möglichkeit, Augmented Reality (AR) vertieft zu nutzen – Und das nicht nur für die neuen iPhones. Dennoch müssen wir abwarten, bis der nächste Patch die noch immer zahlreichen Bugs und Akkuprobleme fixt.

Die restlichen Spielereien im iPhone 8 sind mehr oder weniger dieselben. Die Stereolautsprecher mit durchschnittlicher Klangqualität, die Taptic-Engine, die durch das Auslösen des Home-Button die gesamte untere Hälfte des Smartphones vibrieren lässt und die unterschiedlichen LTE-Module, dessen Geschwindigkeit sowieso kein Anbieter bereitstellen kann.

Eine innovative Spitzenkamera

Stets nach dem Motto “das beste kommt zum Schluss” ist nun die Kamera an der Reihe. Und obwohl der Kamera das Teleobjektiv für den optischen Zoom fehlt, hat das winzige Modul in vollen Umfang überzeugt. Die Bilder sind ohne jegliche Bearbeitung Reich an Kontrast und Schärfe. Die Farbkraft ist üblicherweise nüchtern, neutral und nicht übersättigt. Die 12 Megapixel Kamera ist mit einer f/ 1.8 Blende und einem TrueTone quad-LED Blitz ausgestattet, die Aufnahmen in schlechten Lichtverhältnissen zu einer Augenweide machen. Ein weiteres großes Highlight der Kamera ist der 4k-Videomodus mit 60fps. 60 Fotos pro Sekunde, in 4K! Eine echte Innovation. Wie viel Geld muss in eine DSLR oder Camcorder gepumpt werden, um dieses idyllische Aufnahmeformat geniessen zu können? Slo-Mo Videos sind auf dem iPhone übrigens nun auch verfügbar, in Full HD und einer Frequenz von 240 Bildern die Sekunde.

 

Preis und Verfügbarkeit

Mit der höheren Kapazität steigt auch der Preis. Das iPhone 8 ist in der 64 GB Variante ab 799 Euro in Deutschland zu haben. Für die 256 GB Ausstattung verlangt Apple 969 Euro. Wer zum iPhone 8 Plus greift, zahlt für 64 GB 909 Euro respektive satte 1.079 Euro. Wem jetzt vor Schreck das alte Smartphone in den Kaffee gefallen ist, der sollte sich gut festhalten. Das ebenfalls erhältliche iPhone X kostet bis zu 1.319 Euro in Deutschland, Testbericht folgt.

Zusammenfassung

Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich so, als sei das iPhone 8 und iPhone 8 Plus ein Sandkasten in der Wüste. Immerhin deckt das iPhone X mit Ausnahme von Touch ID alle Features ab und bietet zahlreiche Spielereien. Doch beim genaueren Betrachten zeigt sich das iPhone 8 als insgesamt modernes Smartphone, das nicht in die Rolle des Trendsetters schlüpft und somit klare Kontraste zwischen “alt” und “neu” bildet. Es gibt kein richtig oder falsch mehr, sondern ein angenehmes Smartphone, das den Nutzer langsam, aber sicher in die Zukunft befördert. Mit stolzen Apple-Preisen versteht sich.

Apple MQ8L2ZD/A iPhone 8 Plus 13,94 cm (5,5 Zoll), (64GB, 12MP Kamera, Auflösung 1920 x 1080 Pixel) Space Grau
  • Prozessor: Apple A11 Bionic mit 6 Kernen, mit M11 Motion Coprozessor
  • Auflösung: 1920 x 1080 
  • 4K-Videos mit 24, 30 und 60 Bilder pro Sekunde
  • Stereolautsprecher, 25 Prozent lauter als die des iPhone 7
  • Selfie-Kamera mit 7 Megapixeln und 1080p Video

Letzte Aktualisierung am 19.11.2017, es gilt nur der aktuelle Preis, welcher direkt bei Amazon angezeigt wird. Alle Preise ohne Gewähr und ohne Versandkosten. Bilder von der Amazon Product Advertising API. Alle Links sind Affilate Links

Testgerät zur Verfügung gestellt von

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Design
14out of 5
Display
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Akku & Audio
16out of 5
Performance
18out of 5
Kamera
18out of 5
Preis
14out of 5
Preis-Leistung
16out of 5

Zusammenfassung

Das iPhone 8 wirkt aufgrund des älteren Displays und Design in der Zeit steckengeblieben. Dennoch sorgt der gute Akku, der blitzschnelle A11-Chip und die exzellente Kamera für ein insgesamt gutes Gesamtbild. Abgeschreckt vom hohen Preis stellt sich das iPhone 8 zudem in den Schatten des iPhone X - Ein mögliches Hindernis für das doch gelungene Device.

3.88

3.88 out of 5
Gut

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Simon Glückert

Simon Glückert

Editor


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