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Tim Cook im Interview: es gibt keine Krisenzeit in Apples Zukunft

Bei dem iPhone-Konzern Apple sieht es derzeit nicht gerade rosig aus. Rund um den Konzern gibt es aktuell nichts als schlechte Presse, auch die Innovationen haben ein Ende. Nichts desto trotz gibt der CEO Tim Cook zwei ausführliche Interviews über seinen Job bei dem Entwickler. Laut Cook gibt es keine Krisenzeit, alles sei Bestens. Außerdem wolle Apple transparenter werden als zuvor und doch möglichst viele Geheimnisse für sich behalten.

Einst das erfolgreichste Unternehmen der Welt, jetzt in einer Krise: Apple. Der iPhone Hersteller steckt aktuell wieder in einer schweren Zeit und hat ständig mit schlechter Presse zu kämpfen. Seit 13 Jahren muss Apple seinen ersten Rückgang mit dem iPhone hinnehmen, Analysten rechnen sogar damit, dass es in diesem Jahr kein wirklich neues iPhone geben wird. Seit mehreren Jahren – seit 2011 um genau zu sein – muss sich der Konzern mit dem Vorwurf zufrieden geben, nicht mehr innovativ genug zu sein. Immer mehr Fehler werden heimgesucht: erst das Debakel mit Apple Maps, dann Bendgate und nicht zuletzt mehrere Softwareupdates welche das Smartphone unbrauchbar machen. Mit Steve Jobs hätte es so etwas nicht gegeben hört man immer öfters. Trotz den negativen Schlagzeilen hat sich der CEO Tim Cook bereiterklärt und gleich zwei Interviews mit der Washington Post geführt. In dem nicht enden wollenden Interview geht es nicht nur um Cook selbst, sondern auch um die Zukunft des Konzerns. Auch Themen wie Autos, Virtual Reality oder künstliche Intelligenz finden Anklang. Das Resume des Interviews: Tim Cook ist nicht der Meinung, dass Apple derzeit zu kämpfen habe. Laut dem CEO sei alles Bestens.

 

Ende August kann Tim Cook sein fünftes Jubiläum freuen. Dann ist es genau fünf Jahre her, seitdem Steve Jobs sein Amt als CEO an Cook abgegeben hat. Der Visionär Jobs verstarb 2011 nur sechs Wochen später an den Folgen seiner Krebserkrankung. Noch immer ist Jobs ein enormes Vorbild für Cook, „niemand kann Jobs ersetzen“ so der CEO. Seitdem er den Posten als CEO von Steve Jobs übernommen hat, haben sich die grundlegenden Ziele des Unternehmens nicht geändert und trotzdem kann Cook den Applegründer nicht ersetzen. Tim Cook möchte kein „klassischer CEO“ sein und sich nur um die finanziellen Aspekte und Aufgaben kümmern. Er möchte den Kontakt zu seinen Mitarbeitern, Zulieferer und auch zu den Kunden immer aufrechterhalten und nicht abbrechen. Außerdem gäbe es bei Apple derzeit interne Planungen und die Suche nach einem neuen CEO. Zwar soll Cook nicht ersetzt werden, allerdings müsse jeder Konzern für Notfälle einen Plan B parat haben – so auch bei dem hohen Amt als CEO.

 

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Seitdem Apple nicht mehr in den Händen von Steve Jobs ist, ist der Konzern viel transparenter und offener geworden. Das amerikanische Unternehmen gibt immer mehr Einblicke, wie im Hintergrund gearbeitet werde. Das ist Tim Cook sehr wichtig, damit die Menschen beispielsweise wissen, wie stark Apple beispielsweise auf die Umwelt achtet. Und trotzdem: auch wenn die Transparenz ein neuer wichtiger Bestandteil ist, käme es nicht in Frage, sich in Interviews zu künftigen Produkten zu äußern. In diesem Fall sei man so geheimnistuerisch wie nur möglich. Cook ist der Meinung, dass es auf der Welt zu wenig Überraschungen gäbe, weshalb neue Apple Produkte erst auf der Keynote gezeigt werden sollten.

„We have stepped up our social responsibility. We have talked about things and been more transparent about what we’re doing — not on products: We try to be as secretive as we’ve always been on products, although it’s increasingly difficult to do that.“ – Tim Cook

Tim Cook ist übrigens nicht der Meinung, dass Apple derzeit in einer schweren Zeit stehe. Zwar gehe der Absatz des Hauptgeschäftes, dem iPhone, zurück, trotzdem ist der CEO optimistisch und zufrieden. Schließlich hat sich der Umsatz seit August 2011 mittlerweile vervierfacht. In einigen Jahren wird die gesamte Menschheit ein Smartphone besitzen, so Cook. Der CEO ist sich im Klaren darüber, dass trotzdem nicht alle Menschen ein iPhone haben werden. Dem Apple-Chef macht das aber nichts aus, darum gehe es auch gar nicht. Tim Cook sieht darüberhinaus ein riesiges Potential in Japan. Die Mehrheit dort besitzt noch nicht einmal ein Smartphone, weshalb er dort große Chancen sieht. Außerdem meint Cook, dass die Technikbranche ein schnelllebiges Segment sei. Jeder Hersteller könne von dem einen Tag auf den anderen etwas Weltbewegendes vorstellen, was am nächsten Tag möglicherweise schon wieder veraltet ist. Als Beispiel nennt der CEO den „Flop“ des Netbooks oder des PDA. Laut Tim Cook sei Apple übrigens nicht weniger innovativ als zuvor. Schließlich bräuchten Innovationen ihre Zeit und könnten nicht von jetzt auf gleich vorgestellt werden. Die Vorbereitung nimmt viel Zeit in Anspruch.

„Yet as the company deals with declining sales in its major device categories and in markets like China, critics and some investors have fretted about Apple’s innovation mojo under Cook. The first all-new device during his tenure, the Apple Watch, is not yet a mega hit. The iPhone juggernaut faces a saturated smartphone market, growing competition from low-cost start-ups and longer upgrade windows from consumers. Rumored big concepts behind the curtain — such as a reported car project — appear to be years away.“ (Quelle: Washington Post)

 

Das sind nur einige wichtige Aspekte, über welche Tim Cook geplaudert hat. Der CEO von Apple hat das Gespräch auch auf viele weitere interessante Richtungen gelenkt. Dabei spielen sogar künstliche Intelligenz, die Automobilbranche oder Virtual Reality eine Rolle. Cook plaudert sogar ein bisschen aus dem Nähtäschchen: Apple experimentiere derzeit an erweiterter Realität. Das lange Interview ist für alle Apple Fans ein Geheimtipp, dennoch muss man dabei viel Zeit einplanen.

Quelle Bild: Marco Prati / Shutterstock.com

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Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


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