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Getestet: Das LG G5 mit dem Kameramodul LG Cam – modulare Wunderwaffe

Mit dem LG G5 hat der aderasiatische Mischkonzern sein neues Flaggschiffsmartphone ins Rennen geschickt. Wir haben uns das neue Top-Modell einige Wochen angeschaut. Nachfolgend lest ihr unsere Erfahrungen. Das Testgerät wurde uns für den Test gratis zur Verfügung gestellt. Bilder werden mit einem Klick vergrößert.

LGs neues Top-Smartphones misst 149,4 x 73,9 x 7,7 Millimeter. Es gehört damit zu den größeren Smartphones und eine einhändige Bedienung ist nichts für Nutzer mit kleinen Händen. Die 159 Gramm Gewicht fühlen sich wertig in der Hand an. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Das LG G5 ist performanceseitig gut ausgestattet, wie fast alle Android-Topsmartphones. Es wird von einem vierkernigen Snapdragon 820-Prozessor angetrieben, der auf 2,15 GHz getastet ist. Ihm stehen vier Gigabyte RAM zur Verfügung. Der Akku fasst 2.800 mA und ist wechselbar. Was wie ein Vorteil wirkt, hat allerdings nicht nur Vorzüge, wie wir später feststellen werden. Dank einer Schnellladefunktion soll das LG G5 in 30 Minuten etwa 50% der Maximalladung aufnehmen.

 

Frontkamera und Ohrhörer lg g5 Getestet: Das LG G5 mit dem Kameramodul LG Cam – modulare Wunderwaffe Frontkamera und Ohrh  rer 660x440

 

Das Display löst 2.560×1.440 Bildpunkte auf, was einer Pixeldichte pro Zoll von 554 ppi entspricht. Verbaut sind 32 Gigabyte interner Speicher, die durch microSD-Speicherkarten erweiterbar sind, LG gibt hier den unglaublichen Wert von zwei Terabyte an. Netzwerkseitig ist das LG G5 auf dem stand der Technik. LTE mit bis zu 300 MBit/s im Downlink und bis zu 50 MBit/s im Uplink werden unterstützt, HSPA mit bis zu 42 Bit/s im Downlink. Alle gängigen Wifi-Standards, inklusive Wifi Direct, sind verbaut. Bluetooth unterstützt das LG G5 nach der Spezifikation 4.2 mit LE (Low Energy) für stromsparendeÜbertragungen im Nahbereich bei extrem geringen Datenraten.

 

Komplett lg g5 Getestet: Das LG G5 mit dem Kameramodul LG Cam – modulare Wunderwaffe Komplett 660x440

 

Fokus auf die Kameras

Das LG G5 richtet sich in jeder Hinsicht an fotoaffine Nutzer. Nicht nur durch das optionale Kameramodul zum Einstecken wird das deutlich. Das LG G5 verfügt über zwei Hauptkameras und eine Frontkamera. Eine davon löst mit 16 Megapixeln (5.312×2.988 Bildpunkten) auf und liefert einen Bildausschnitt von 78 Grad. Es steht ein achtfacher digitaler Zoom zur Verfügung. Die zweite rückwärtige Kamera hat eine Auflösung von acht Megapixeln und ist für Weitwinkelaufnahmen optimiert. Die Cam hat einen 135 Grad abdeckenden Bildausschnitt. Die acht Megapixel auflösende Frontkamera ist ähnlich gut wie die im iPhone 6s und verfügt über eine ähnliche Blitzfunktion, bei der das Display um den Bildfokus weiß eingefärbt wird.

 

Lautstärkewippe lg g5 Getestet: Das LG G5 mit dem Kameramodul LG Cam – modulare Wunderwaffe Lautst  rkewippe 660x440

 

Die Kameras im Praxistest

Obwohl das LG G5 mit einem optionalen Kameramodul, der LG Cam, angeboten wird, sind auch die integrierten Kameras bereits recht überzeugend. Die Konstellation der zwei Hauptkameras gefiel uns gut, die Weitwinkelkamera ist gerade bei Landschaftsaufnahmen sehr hilfreich, um viele Details einzufangen. Die Fotos der 16-MP-Kamera liefern kräftige Farben, was auf eine großzügige interne Nachbearbeitung schließen lässt.

Obwohl der Fokus des LG G5 auf der Kamerafunktion liegt, offenbarte das Smartphone kleine Schwächen: bei der Panoramafunktion schwankt die Belichtung während der Aufnahme und das Ergebnis ist kein wirkliches Panoramabild. Die Zeitlupenvideos werden zwar bei Google Fotos und anderen Bilderdiensten richtig wiedergegeben, beim Export auf Mac oder PC verschwindet die Zeitlupe allerdings. Beliebt dürfte die Funktion zur Aufnahme von RAW-Fotos sein, bei der etwa die Blende, Belichtung, ISO oder Weißabgleich manuell und intuitiv konfiguriert werden können. Kleines Problem: Die RAW-Fotos waren in unserem Test anschließend nicht mehr auffindbar – lediglich die JPG-Dateien konnten exportiert und hochgeladen werden.

 

 

Die LG Cam

Die optional erhältliche LG Cam, das Kameramodul, wird direkt in das LG G5 gesteckt. Hierfür wird der normale Akku herausgezogen. Das Kameramodul verfügt ebenfalls über einen Akku, der das Smartphone anschließend versorgt. Das Umstecken an sich macht wenig Spaß, da der Akku im Gerät sehr fest sitzt und man Angst hat, etwas kaputt zu machen. Das Umstecken ist eine Prozedur, die ich ungern im Zug oder am Strand vornehmen möchte. Ist der Umbau dann allerdings abgeschlossen, macht das solcherart getunte Smartphone als Kompaktkamera einen guten Job. Die mechanischen Knöpfe sind griffig und gut platziert, das Zoom-Rad ist ebenfalls praktischer als das Zoomen am Touchscreen. Einen optischen Zoom hat das Modul allerdings nicht.

In umgebautem Zustand ist das ohnehin schon groß geratene Handy ein sperriges Stück Hardware, das sich kaum mehr mit einer Hand halten und bedienen lässt. Wenn das umständliche Umstecken bedacht wird stellt sich wirklich die Frage, ob die LG Cam überhaupt Sinn macht. Schließlich arbeiten die bereits von Haus aus integrierten Kameras sehr gut.

 

 

Das LG G5 als Telefon

Abseits vom Kamerafokus ist das LG G5 ein Android-Smartphone mit aktueller Hard- und Software. Es kommt mit der fast aktuellen Android-Version Marshmallow und einer von LG etwas angepassten Oberfläche daher. Diese wirkt teils etwas verspielt, reagiert aber zügig und ohne Ruckeln – was bei der verbauten Leistung durchaus zu erwarten ist. Die Einstellungen sind nicht überall intuitiv verständlich. So ist es beispielsweise wenig eingängig, das Setzen eines Codes zum Entsperren der Sicherheitseinstellungen vorzuschlagen oder die Einstellungen zum Ändern des Sperrcodes und der Entsperrmethode in den Einstellungen für die Bildschirmsperre zu platzieren. Auch warum der Smart Cleaner und ein Antivirustool in den Bedienungshilfen zu finden ist, bleibt das Geheimnis von LG. Nett: wie viele Android-Smartphones ist ein UKW-Radio, dass das Headset als Antenne nutzt, verbaut. LG setzt nicht auf den neuen Digitalradiostandard DAB+, schade. Aber gelegentliches Radiohören über UKW schont das Datenvolumen.

Das LG G5 beherrscht HD Voice-Telefonie, sofern dies vom Netz und dem Smartphone des Gesprächspartners unterstützt wird. Allerdings bemerkten wir bei Testgesprächen deutlich vernehmbare handytypische Störgeräusche, wie sie aus der GSM-Zeit bekannt sind. Ein unnötiger Patzer im Telefoniebereich. Das scharfe Display bietet eine Besonderheit: über die Always-On Funktion lässt sich das Smartphone durch zweimaliges tippen auf den Bildschirm aktivieren, was auch sinnvoll ist, wenn das Handy auf dem Tisch liegt. Der Powerbutton befindet sich nämlich auf der Rückseite. Wenn der Nutzer das Handy aus der Hand legt, schaltet der Abstandssensor das Display ab.

 

 

Fingerabdruckleser auf der Rückseite

Das LG G5 hat einen blitzschnellen Fingerabdruckleser, doch dessen Benutzung erfordert Gewöhnung und ist auch nicht immer praktikabel. Der Scanner befindet sich im rückseitig untergebrachten Powerbutton, ist für den Finger also nicht grundsätzlich schnell erreichbar. Beim Herausziehen des Handys aus der Hosentasche mag es intuitiv sein den Finger auf den Button zu legen, liegt das Handy jedoch auf einer Oberfläche oder steckt in einer KFZ-Halterung, sieht das anders aus.

 

Hauptkameras, Blitz, Fingerabdrucksensor 2 lg g5 Getestet: Das LG G5 mit dem Kameramodul LG Cam – modulare Wunderwaffe Hauptkameras Blitz Fingerabdrucksensor 2 660x440

 

Fazit und Preis

Das LG G5 ist ein Smartphone mit guten Leistungsdaten, das anspruchsvolle Kunden ansprechen soll. Viele verbauten Ideen sind gut gedacht, nicht alle auch gut umgesetzt. Ob die erstmals von einem großen Smartphonehersteller in Teilen umgesetzte modulare Erweiterbarkeit ein verkaufsförderndes Feature ist, muss sich zeigen. Die praktische Handhabung des Moduls überzeugt nicht durchgängig. LG wollte ein Smartphone schaffen, das sich als Ersatz einer Kompaktkamera bewähren soll – das könnte gelingen. Die verbaute Kameratechnik ist leistungsfähig und liefert gelungene Bilder, die Foto-Funktionen sprechen Fotografieerfahrene an, weisen aber noch Schwächen auf. Das LG G5 wird von LG mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro in den Handel gebracht, eine Stange Geld. Wenn dann noch das LG Cam-Modul dazukommt, liegt LG preislich definitiv im Spitzensegment.

Mit Material von Alexander Bergmann

Sale
LG G5 Smartphone (5,3 Zoll (13,5 cm) Touch-Screen, 32GB interner Speicher, Android 6.0) titan
  • Erstes Metall-Unibody Smartphone mit austauschbarem Akku
  • Umfangreiches "G5 & Friends" Ökosystem für Zubehörprodukte
  • Zwei Hauptkameras 16 MP Primärkamera mit 78° Winkel Standardaufnahmen und 8MP Sekundärkamera für 135° Weitwinkelfotos
  • Blitzschnelles Entsperren ohne Knopfdruck dank Fingerprintsensor
  • Lieferumfang: Gerät, Akku, Headset, Ladeadapter, USB Datenkabel, Kurzanleitung

Letzte Aktualisierung am 14.12.2018, es gilt nur der aktuelle Preis, welcher direkt bei Amazon angezeigt wird. Alle Preise ohne Gewähr und ohne Versandkosten. Bilder von der Amazon Product Advertising API. Alle Links sind Affilate Links

Design
16out of 5
Verarbeitung
18out of 5
Geschwindigkeit
20out of 5
Bedienbarkeit
12out of 5
Klang
14out of 5
Features
16out of 5
Akkulaufzeit
14out of 5
Preis
12out of 5
Preis-Leistung
14out of 5

Zusammenfassung

Das LG G5 ist LG’s neues Flaggschiffsmartphone. Mit seinen drei integrierten Kameras und dem optional erhältlichen Kameramodul LG Cam richtet es sich vor allem an fotoaffine Nutzer. Die beiden rückwärtigen Hauptkameras mit einer Auflösung von acht bzw. 16 Megapixeln machen das LG G5 zu einem qualifizierten Kompaktkameraersatz. Das Design und die Verarbeitung sind wertig, doch in unserem Test zeigten sich auch einige Schwächen.

3.75

3.75 out of 5
Gut

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Roman van Genabith

Roman van Genabith

Editor [Markets, Mobile, Media]


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