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Test: Huawei nova 2 – Der Selfie-Superstar hat sich verknipst

Test: Huawei nova 2 – Der Selfie-Superstar hat sich verknipst

Das Huawei nova 2 hat ein Ziel: Der Meister in Sachen Selfie-Smartphones sein und gleichzeitig der Mittelklasse ordentlich Druck machen. Die zweite Generation des Huawei nova kommt erstmals mit einem hauseigenen Kirin-Prozessor daher, der dem Gerät viel Leistung verspricht. Ein blitzschneller Fingerabdrucksensor und weitere übliche Mittelklasse-Features sollen den Selfie-Superstar zum Must-Have für diejenigen machen, die nicht in Highend-Flaggschiffe investieren möchten. Wir haben uns das Huawei nova 2 im Alltag angeschaut, doch leider weist gerade das größte Highlight Schwächen auf. Must-Have oder Mittelklasse-Einheitsbrei, der Testbericht des Huawei nova 2. Das Testsample wurde uns vom Hersteller für das Review zur Verfügung gestellt.

Edles Äußeres

Das 5 Zoll große Display wird von einem Aluminiumgehäuse umgeben, das mit seinen abgerundeten Ecken gut verarbeitet ist. Leichter als das iPhone 7 (zum Testbericht), und damit auch leichter als das iPhone X (zum Testbericht), liegt das Huawei nova 2 angenehm in der Hand. Unsere mattschwarze Variante sieht zudem schick aus, zieht dafür aber Fingerabdrücke magisch an. Währenddessen ist der Rahmen glänzend gestaltet, was dem Gerät einen guten Look spendiert. Huawei verpasst dem Mittelklasse-Device einen Hybrid-DualSIM-Slot: Wer auf die optionale Speichererweiterung via microSD-Karte verzichtet, kann stattdessen eine zweite SIM-Karte einlegen. Dabei lässt sich in den Einstellungen festlegen, welche SIM-Karte standardmäßig verwendet werden soll.

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Als Betriebssystem des Huawei nova 2 kommt das mittlerweile eher veraltete Android 7.0 zum Einsatz, über das die hauseigene Benutzeroberfläche EMUI 5.2 gelegt wird. Ob es ein Upgrade auf Android Oreo geben wird, ist noch immer unbekannt. Die Benutzeroberfläche hat schon lange Zeit den Ruf, sich an iOS zu orientieren. In der Tat sollten sich Apple-Nutzer schnell zurechtfinden. Neben einem Dateimanager und der Möglichkeit, Apps zu klonen, gibt es weitere zahlreiche exklusive Huawei-Funktionen und Einstellungen. Allerdings wird das Huawei nova 2 dementsprechend mit einer Vielzahl an Bloatware-Apps ausgeliefert: Der 64 GB große Speicher wird mit 12,51 GB Firmware-Speicher beansprucht, Apps belegen weitere 585 MB. Bleiben also maximal 48,48 GB zur freien Verfügung.

Zu den vorinstallierten Apps zählen verständlicherweise einerseits Apps von Google, wie etwa GMail, YouTube oder Google Docs. Allerdings sind zudem weitere (eigene) Apps vorzufinden, die eigentlich bereits durch die bereits vorhandenen Google-Apps abgedeckt wären. Dadurch sind manche Apps vor Inbetriebnahme doppelt vorhanden, auf die gut verzichtet werden könnte. Nettes Gimmick: Im Homescreen zeigt das Huawei nova 2 auf Wunsch die zurückgelegte Schrittzahl an.

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Fingerabdrucksensor überholt High-Level

Bei dem Huawei nova 2 wird die LTPS-Technik verbaut, was bei Bildschirmen in der Mittelklasse eher selten ist. Die stromsparende Technologie bietet seinen Nutzern FullHD und somit sehr scharfe Bilder. Im Direktvergleich mit dem iPhone 7 konnten wir keinen Unterschied in Sachen Auflösung feststellen, das Huawei nova 2 kann durchweg überzeugen. Zudem werden weiße Töne weißer dargestellt, als mit dem Display von Apple. Ein Blaulichtfilter kann auf Wunsch aktiviert werden, um beispielsweise in den Abendstunden euren Schlafrhythmus nicht zu stören.

Als Prozessor soll der hauseigene Kirin 659 überzeugen, der mit ausreichend Performance punktet. Im Alltag sind keine Ruckler zu spüren, auch aufwendigere Spiele, wie beispielsweise Asphalt Street Storm, meistert der Chip mit Bravour. Grafiken werden sehr scharf dargestellt, wird es für den Prozessor doch etwas aufregender – wie etwa bei Asphalt – wird das Huawei nova 2 nach einiger Zeit ein bisschen warm. Im Geekbench-Test erzielte unser Gerät 3.436 Punkte im Multi-Core, beim Samsung Galaxy Note 7 wären es vergleichsweise  5.228 Punkte gewesen. Einziger Nachteil: Es wird lediglich auf ein 2,4 GHz Band gesetzt, auf das 5 GHz Band muss bei W-LAN verzichtet werden. Im Speedtest-Vergleich war das Huawei nova 2 durchschnittlich 10 Mbit/s langsamer, als das iPhone 7 – gemessen wurde bei einer 100 Mbit/s Leitung. Dafür erzielten beide Smartphones im selben LTE-Netz gleiche Werte.

 

Eines meiner Highlights war der Fingerabdrucksensor, der zwar rückseitig meiner Meinung nach etwas ungünstig platziert ist, dafür in Windeseile das Smartphone entsperrt. Der Sensor des Huawei nova 2 entsperrt das Device sogar schneller, als der Fingerabdrucksensor des iPhone 7. Oftmals reicht es aus, den Fingerabdrucksensor nur kurz anzutippen und schon wird das Huawei nova 2 entsperrt. Zudem kann der Fingerabdrucksensor dazu benutzt werden, um beispielsweise durch das Bilderalbum zu blättern oder die Website durch zu scrollen. Allerdings erweist sich hier wieder die Lage als Manko, da der Sensor schlicht schlecht zu erreichen und die Bedienung dadurch etwas schwerfällig ist.

Die Attraktion hat Schwächen

Bereits auf der IFA hat Huawei mit dem neuen Slogan Selfie-Superstar sein Huawei nova 2 beworben – soweit das Auge reicht. Nicht zu übersehen, dass die Front-Kamera das Highlight darstellen soll. Immerhin bietet diese eine 20 MP-Linse und soll sich von der Konkurrenz abheben. Darüberhinaus besitzt die Front einen Porträt-Modus, der mit seinem Bokeh-Effekt den Hintergrund unscharf erscheinen lässt. Mit dem Beauty-Modus, der vor allem im asiatischen Bereich sehr beliebt ist, lässt sich das Porträt wie nachträgliches Makeup pimpen, vollautomatisch. Allerdings scheinen die Modi noch nicht komplett ausgereift. Obwohl die Front-Kamera tolle Bilder erzielt, können die beiden Effekte nicht vollständig überzeugen. Einerseits wird der Bokeh-Modus erst nach dem Auslösen hinzugefügt, andererseits hat dieser seine großen Schwachstellen.

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Der Bokeh-Modus lässt Konturen schnell unscharf werden, schneidet Gesichter am Rand teilweise sogar ab und lässt diese mit dem Hintergrund verschwimmen. Zudem werden normale Brillen nicht zuverlässig erkannt: Während der Rahmen als Teil des Gesichts interpretiert wird, werden Objekte die sich hinter den Gläsern befinden unscharf maskiert. Je nach Blickwinkel führt das zu verwirrenden, wenn nicht gar zu verstörenden, Ergebnissen. Dafür kann der Bokeh-Modus auch im Nachhinein bearbeitet werden: Wurde der Effekt vor der Aufnahme aktiviert, kann der Nutzer im Nachhinein einstellen, wie stark der Hintergrund verschwimmen soll. Damit kann die manchmal etwas unglückliche Berechnung gerettet werden, wodurch doch noch akzeptable Ergebnisse gelingen.

In Sachen Hauptkamera ist das Huawei nova 2 ebenfalls nicht sparsam: Neben einer 12 MP-Kamera gibt es eine 8 MP-Linse mit anderem Winkel, wodurch 3facher Zoom ermöglicht wird. Im Vergleich zum iPhone 7 kann mit der Hautpkamera des Huawei nova 2 weiter und qualitativer gezoomt werden, wobei die maximale Zoomtiefe natürlich dennoch mit “Rieseleffekt” dargestellt wird. Auf einen Bildstabilisator muss verzichtet werden, dafür sind gute FullHD-Videos möglich. Im Gegensatz dazu bot der Vorgänger (zum Testbericht) eine 4k-Aufnahme an, die aufgrund der Prozessorwahl nicht mehr möglich ist. Mit zahlreichen Modi, wie etwa HDR, Panorama, 3D Panorama oder Profi-Aufnahme, weiß die Hauptkamera ebenfalls zu überzeugen.

 

Bonbons

Dank EMUI 5.1 können Apps im Splitscreen dargestellt werden. Dabei lassen sich die beiden geöffneten Apps in ihrer Größe anpassen. Voraussetzung hierfür: Die Application muss mitspielen. Außerdem haben uns die Benutzerrollen gefallen: Wer möchte, kann sogar einen Gast-Account einrichten. Der 2.950 mAh große Akku des Selfie-Superstar reicht im Normalbetrieb für einen Tag. Nach einem Tag muss das Huawei nova 2 wieder an die Dose und per USB-C aufgeladen werden. Im Gegensatz zu manch anderen Herstellern wird auf eine Klinkenbuche nicht verzichtet. Das Mittelklasse-Device liefert einen ordentlichen Klang, für seine Preisklasse ist der Bass akzeptabel. Wer auf ultimativen Sound Wert legt, wird vermutlich etwas enttäuscht sein und sollte notfalls auf externe Lautsprecher oder Kopfhörer zurückgreifen.

 

Fazit

Das Huawei nova 2 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone, das sich in der breiten Masse einreiht. Im Mittelklasse-Einheitsbrei verschwindet das Huawei nova 2 vielleicht zu schnell von der Bildfläche, bietet es doch mit der 20 MP-Frontkamera ein exklusives Merkmal. Wer seine Front-Cam allerdings selten nutzt, wird auch an dem Huawei nova 2 keine großen Unterschiede im Gegensatz zu der restlichen Konkurrenz feststellen, zumal das Selfie-Superstar Device in Sachen Porträt-Modus noch Luft nach oben hat. Highend-Smartphones, die bereits etwas älter und dadurch günstiger zu haben sind, machen dem Huawei nova 2 ebenfalls das Leben schwer. Alles in allem ein gelungenes Smartphone mit guter Verarbeitung, hervorragendem Fingerabdrucksensor und einem gelungenen Innenleben. Wer sich für das Huawei nova 2 entscheidet, macht mit dem Kauf auf jeden Fall nichts falsch. Der Blick über den Tellerrand sollte dennoch nicht vergessen werden.

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Design
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Verarbeitung
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Geschwindigkeit
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Bedienbarkeit
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Klang
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Features
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Akkulaufzeit
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Preis
16out of 5
Preis-Leistung
16out of 5

Zusammenfassung

Das Huawei nova 2 hat als Selfie-Superstar noch Verbesserungspotential. Zwar nimmt die Front-Kamera sehr gute Bilder auf, allerdings hapert es bei der Umsetzung der Selfie-Modi, die das Device eigentlich hervorheben sollen. Im Gegensatz dazu weiß der Fingerabdrucksensor trotz seiner etwas ungünstigen Lage sein Potential auszureizen. Display und Prozessor des Huawei nova 2 können im Alltag ebenfalls überzeugen und machen daraus ein solides Gesamtpaket.

3.9

3.9 out of 5
Gut

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Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


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