Stiftung Warentest vergibt für Apple Music, Spotify und Amazon schlechte Bewertungen

Die Anzahl der Musikstreaming-Dienste wächst zunehmend. Einige bekannte darunter sind vor allem Spotify, Amazon Music oder Apple Music. Stiftung Warentest hat sich auf die Suche nach dem besten Anbieter gemacht und einen eher unbekannten Dienst zum Gewinner gekürt. Während Amazon ganz hinten landet, können sich Spotify und Apple Music gerade noch in die Mitte retten. Ausschlaggebend war weder die Qualität noch das Musikangebot – sondern rechtliche Aspekte.

Die Stiftung Warentest hat insgesamt elf Streaming-Dienste getestet, welche alle ein ähnliches Angebot haben. Musikstreaming hat in den vergangenen Jahren die Musikindustrie wieder aufblühen lassen und CDs längst überholt. Trotzdem unterscheiden sich viele Anbieter gewaltig. Zwar kosten die meisten Anbieter zwischen acht und zehn Euro, dafür wird bei allen ein unterschiedliches Musikspektrum angeboten. Nicht alle Dienste schließen mit kleineren Labels Verträge ab, manche Künstler haben sogar Exklusivverträge unterschrieben. Die meisten Streaming-Plattformen sind über den Browser erreichbar und verfügen über eigene Apps für iOS und Android. Auch die Qualität spielt bei dem Test eine Rolle. Dabei hat Stiftung Warentest festgestellt, dass sich alle Anbieter in der Qualität kaum unterscheiden und Top-Tonqualitäten bieten können.

 

 

In Sachen Musikauswahl wurden insgesamt 700 Alben auf Verfügbarkeit überprüft. Stiftung Warentest hat 100 Alben aus je sechs verschiedenen Genres gewählt, außerdem waren insgesamt 100 Alben aus den aktuellen Charts mit dabei. Das Erstaunliche: obwohl sich die Lieder und Qualität nicht unterschieden haben, gab es beim Datenvolumen große Unterschiede. Während bei dem einen Streaming-Dienst 26 MB verbraten wurden, waren für das gleiche Lied beim anderen Anbieter sogar stolze 130 MB notwendig. Außerdem hat Stiftung Warentest auch die Allgemeine Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien geprüft. Da sich die meisten Anbieter kaum unterscheiden hat dieser Punkt das Ranking stark beeinflusst. Auf Platz 1 ist Juke gelandet. Stiftung Warentest lobt den Dienst mit der Note 1,6 vor allem bei dem Musikangebot, der Qualität und den AGBs. Hier habe es nur sehr wenige Mängel gegeben.

Dafür überraschen Apple Music und Spotify. Zwar lobt Stiftung Warentest die Anbieter aufgrund ihrer Tarifangebote, allerdings landen die Streaming-Dienste nur im Mittelfeld. Spotify und Apple Music kosten monatlich 9,99 Euro und bieten eine dreimonatige Testphase an. Außerdem gibt es einen Familientarif für bis zu sechs Personen, Spotify lockt sogar mit einem kostenfreien Modell. Allerdings haben die AGB den beiden Konzernen den Kragen gekostet. Die AGB von Spotify seien nur schwer zu verstehen und teilweise in Deutschland sogar unzulässig. Apple Music gibt indes Standortdaten an Dritte weiter. Deshalb landet Apple Music mit einer 2,6 auf dem fünften, Spotify nur auf dem siebten Platz. Ganz hinten dran, auf dem elften Platz, ist Amazon Music. Bei Amazon sorgt vor allem das kleine Repertoire für den letzten Platz im Ranking.

Quelle Bild: Shutterstock

Moritz Krauß: Founder & Editor in Chief
Ähnliche Artikel

Wenn du unsere Website weiter verwendest, stimmst du der Nutzung von Cookies zu.