Kannst du Windows auf einem Mac installieren?

Spätestens wenn du dir überlegst, einen Mac von Apple zu kaufen, frägst du dich sicherlich, ob es möglich ist, Windows oder andere Betriebssysteme, wie Linux, auf dem Macintosh zu installieren. Die Antwort lautet jaes ist möglich. Dazu kannst du viele verschiedene Programme finden, welche dir genau dies ermöglichen. Apple selbst bietet hierzu übrigens bereits selbst ein vorinstallieres Programm an mit dem Namen Boot Camp. Bestimmt ist dir der Namen Parallels Desktop schon einmal über den Weg gelaufen. Dies ist auch ein Programm, welches weitere Betriebsysteme auf deinem Mac installiert. Boot Camp und Parallels Desktop sind hierfür die verbreitetsten  und meist genutzten Applications, welche ich dir nun in folgendem Artikel vorstellen möchte.

 

Boot Camp

Boot Camp ist ein kostenloses Programm, welches Apple bereits für dich im Dienstprogramme-Ordner vorinstalliert hat. Boot Camp ermöglicht dir die Installation von Windows ab Windows 7 aufwärts. Mit der Installation von Windows hilft dir der Boot Camp-Assistent, welcher zunächst deine Festplatte in zwei Partitionen teilt, also teilt deine Festplatte in zwei Stücke. Die Größe der einzelnen Partition kannst du hierbei selber auswählen, jedoch kann diese im Nachhinein nicht mehr geändert werden. Möglich sind die Formatierungen NTFS und FAT32. Mit beiden arbeitet Windows, heißt, dass du die von dir gewünschte Formatierung wählen kannst. Nachdem die Partitionen eingerichtet sind, hast du eine Partition für OS X und eine, worauf du Windows installieren kannst. Selbstverständlich lässt sich die Windows Partition ebenfalls mit dem Boot Camp Assistent löschen, welcher dir dann wieder eine große Partition erstellt.

Bevor es Boot Camp gab, war die Installation von Windows nur über eine virtuelle Maschine möglich, was dir nun durch Boot Camp erspart bleibt. Du kannst dir dies nun wie einen zweiten Computer vorstellen. Dies hat jedoch den Nachteil, dass der Computer immer neu gestartet werden muss, um den Mac mit dem anderen Betriebssystem zu starten. Im Einstellungsmenü legst du fest, mit welcher Partition beziehungsweise mit welchem Betriebssystem dein Mac booten, also starten soll. Möchtest du zu Beginn deinen Mac bereits anders starten, als in den Einstellungen festgelegt, kannst du vor dem Bootvorgang das gewünschte Betriebssystem auswählen. Da du nur ein System am Laufen hast, kannst du in Windows, als auch mit OS X die gewöhnte Geschwindigkeit voll ausnutzen. Deine Windows-Partition läuft in der Regel genau so schnell, wie deine Mac OS X Partition vor der Installation von Windows. Du musst keinen Geschwindigkeitsverlust oder ähnliches in Kauf nehmen. Das die Betriebssysteme nicht parallel laufen, hat Vorteile, jedoch auch Nachteile. Der größte Nachteil ist, dass du keinen Zugriff auf die Programme des anderen Betriebssystems hast. Benötigst du also ein Windows Programm, so muss dein Mac zwangsweise mit der Windows-Partition aktiv sein, auf der anderen Seite bist du so unabhängig von dem anderen System. Du hast außerdem Zugriff zu den Ordnern des anderen Systems, kannst deren Inhalt aber nur lesen und nicht schreiben. 

Apple stellt des Weiteren Treiber für Windows zum Download zur Verfügung. Sobald du diese Installiert hast, kannst du deine gewohnte Hardware, also von der Maus bis hin zu der Grafikkarte wie gewohnt nutzen. Hierbei kann ich dir ans Herz legen, die Treiber auf alle Fälle zu installieren, da es dann zu Komplikationen mit der Sound- und Grafikkarte etc. kommen kann. Ein weiteres Manko von Boot Camp: mit dem Boot Camp -Assistent und mit Boot Camp allgemein lässt sich nur ein weiteres Betriebssystem installieren, also OS X und Windows. Jedoch ermöglicht dir Boot Camp auch nur die Installation von Windows, eine Linux-Partition ist nicht möglich.

Allem in Allem ist mit Boot Camp das zweite Betriebssystem schnell, leicht und komfortabel installiert und du kannst beide Partitionen getrennt voneinander nutzen. Mit der Nutzung von Boot Camp muss jedoch eine Windows CD für die Installation, als auch ein funktionierender Schlüssel zur Verfügung stehen.

 

Parallels Desktop 9

Eine weitere Möglichkeit ist es, auf das kostenpflichtige Programm Parallels Desktop zurückzugreifen. Die Software wird in der Regel jedes Jahr aktualisiert, die aktuelle Version ist Parallels Desktop 9. Ein Upgrade auf eine neue Version ist leider nicht kostenlos, jedoch billiger, als der Neuerwerb der Software.

Mit Parallels Desktop werden weitere Betriebssysteme als virtuelle Maschinen erstellt. Dies hat den Vorteil, dass die weiteren Systeme nebenher aktiv sein können. Hierbei ist OS X das Hauptsystem und das zweite Betriebssystem wird in einem extra Fenster bedient. Zudem werden alle Programme des anderen Betriebssystems nahtlos in OS X integriert. Die Programmicons können direkt in das Dock von OS X gelegt werden und es kann so eingestellt werden, dass die Programme auf der OS X Oberfläche laufen. Hierbei ist parallel die virtuelle Maschine im Hintergrund aktiv und Windows Programme werden zum Beispiel für Mac kompatibel. Boot Camp und Parallels Desktop können zudem gemeinsam verwendet werden. Nutzt man Boot Camp für Windows, so kann über Parallels Desktop auch direkt auf die zweite Partition zugegriffen werden. So ist kein Neustart erforderlich. Der Vorteil hier liegt daran, dass man die einzelnen Betriebssysteme einzeln laufen lassen kann, aber auch beide gleichzeitig, parallel also. Hast du kein Boot Camp eingerichtet, so ist der gleichzeitige Betrieb von OS X nötig.

Per Drag and Drop lassen sich Dateien austauschen und in OS X wird ein extra Ordner für weitere Betriebssysteme angelegt, über welchen Dateien ausgetauscht werden können. Der Nachteil an Parallels Desktop ist die Geschwindigkeit. Da zwei Betriebssysteme parallel laufen, werden beide Systeme zwangsläufig langsamer. Dies wirkt sich meines Erachtens jedoch stärker auf Windows aus, während OS X kaum einen Geschwindigkeitsverlust erkennbar machte. Ein großes Plus für Parallels Desktop: es können, wie bei Boot Camp, auch mehr wie zwei Betriebssysteme installiert werden, was sich aber natürlich auf die Speicherkapazität auswirkt. Des Weiteren lassen sich nicht nur Windows-Systeme betreiben, sondern auch eine Vielzahl an weiteren Betriebssystemen, wie beispielsweise Ubuntu oder Debian, beides Linuxbasierte Systeme. Verwunderlich, jedoch möglich: sogar ältere OS X Versionen wie Lion lassen sich als zweites Betriebssystem verwalten. So hat kannst du praktisch weitere OS X Betriebssysteme installieren, wenn du dich beispielsweise von einer alten Version nicht trennen möchtest.

Auch Parallels Desktop ist leicht zu bedienen und ist sehr umfangreich. Je nachdem, ob du Boot Camp zusätzlich nutzt, können beide Partitionen voneinander getrennt genutzt werden. Verwendest du ausschließlich Parallels Desktop, so musst du OS X zwangsläufig aktiv haben, da es sich bei Parallels Desktop um eine virtuelle Maschine handelt. Der Vorteil größte gegenüber Boot Camp sind die Vielzahl an Betriebssystemen, welche installiert werden können. Jedoch ist auch hier eine Installationscd, sowie ein funktionierender Produktschlüssel des Betriebssystems nötig. Hinzu kommen noch die Kosten von Parallels Desktop.

 

Wie du also siehst, gibt es zwei gute Möglichkeiten, weitere Betriebssysteme auf dem Mac zu installieren. Neben diesen zwei Varianten gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, jedoch benötigst du immer (zusätzlich) das zweite Betriebssystem, welches zum Teil immer recht teuer ist. Ich persönlich nutze Boot Camp als auch Parallels Desktop, jedoch ist mir Boot Camp lieber, da ich nicht von dem anderen Betriebssystem abgelenkt werde und ich Windows nur für die Schule benötige.

 

Solltest du noch Fragen haben, schreibe diese einfach in die Kommentare! Ich freue mich auf eure Reaktionen.

Moritz Krauß: Founder & Editor in Chief
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