Schnelles Internet auch in entlegenen Regionen: Google Loon

Während das Internet in westlich-industrialisierten Staaten wie Deutschland heutzutage eine vollkommene Selbstverständlichkeit darstellt, verfügen weite Teile der Erde noch immer nicht über einen entsprechenden Zugang. Der Grund dafür besteht häufig in der Entlegenheit vieler Gebiete: Inselgruppen, Gebirgsregionen und Regenwälder gestalten die Versorgung schwierig und teuer. Eine Lösung für dieses Problem bietet das Projekt Google Loon. Dabei sorgen in der Stratosphäre schwebende Ballons für einen Internetzugang, selbst in den entlegenen Regionen unserer Welt.

 

Wie soll Google Loon funktionieren?

Die mit Gas gefüllten Ballons des Projekts verfügen über mittels Solarenergie betriebene Relaisstationen, welche die Datenübertragung über größere Entfernungen ermöglichen. Um unabhängig vom Wetter zu sein und darüber hinaus keine Gefahr für den Flugverkehr darzustellen, steigen die Ballons bis zu einer Höhe von rund 20 Kilometern auf; aufgrund der sich dort schnell ändernden Windrichtungen können die Träger dank einer speziellen Programmierung jederzeit ihre Position verändern oder an der jeweiligen Stelle bleiben.

Um funktionsfähig zu sein, muss das Google Loon verständlicherweise eine Vielzahl von Ballons umfassen, die zur gegenseitigen Kommunikation fähig sind. Der Entwickler befindet eine Zahl von rund 1.000 oder sogar mehr Exemplaren für realistisch. Darüber hinaus weisen die Ballons hohe Sicherheitsvorkehrungen gegen Schäden von UV-Strahlung auf und besitzen einen Fallschirm, um im Falle eines Absturzes keine tödliche Gefahr für Menschen darzustellen.

 

Welche Auswirkungen hätte ein Erfolg des Projekts?

Ein Erfolg von Google Loon hätte weitreichende Auswirkungen auf die Konnektivität der gesamten Menschheit. Während heutzutage rund zwei Drittel der Menschheit über gar keinen oder einen viel zu teuren Internetzugang verfügen, ermöglicht das aus Ballons bestehende Netzwerk ein weltweit erreichbares Internet in LTE-Geschwindigkeit. Mit einem derartig weitreichenden Internetzugang würde gleichzeitig auch eine merkliche Anhebung des Entwicklungsstandes erfolgen, vor allem in vergleichsweise niedrig entwickelten Staaten der Südhalbkugel.

Die Realisierung von Google Loon ist dabei deutlich leichter als bei bisher geplanten Projekten, die die Errichtung eines Satellitennetzwerkes vorsahen. Dies liegt an der im Vergleich mit Satelliten deutlich geringeren Entfernung der Ballons zur Erde, die die Kosten relativ gering hält.

 

 

Erfolgten bereits Erprobungen?

Bereits im Sommer 2013 wurde die Funktionstüchtigkeit der Ballons bestätigt, als Google nahe der neuseeländischen Stadt Christchurch einen Test durchführte. Bei diesem wurden 30 der gasgefüllten Träger in die Höhe gelassen und von Anwohnern wie Entwicklern genutzt. Eine nächste Erprobung von Google Loon erfolgte 2014 in Brasilien, wo das Projekt ebenfalls überzeugen konnte. Seit 2015 ist Sri Lanka mit dem Aufbau eines landesweiten Netzes aus Ballons beschäftigt und stellt somit das erste Land dar, das voraussichtlich einen Nutzen aus Google Loon zieht. Aufgrund der positiven Resonanz von Mobilfunkanbietern, denen die Miete der Ballons angeboten wird, ist eine weitere Verbreitung des Netzwerkes in naher Zukunft zu erwarten.

 

Fazit

Google Loon ist ein zukunftsweisendes Projekt, das Milliarden von Menschen auch in entlegenen Gebieten einen Internetzugang ermöglicht. In der Stratosphäre schwebende Gas-Ballons mit integrierten Relaisstationen und Solarzellen weisen dabei aufgrund der dort herrschenden Winde ein hohes Maß an Flexibilität auf und können den weltweiten Entwicklungsstandard dank des flächendeckenden Internets entscheidend abheben. Nach einer Reihe erfolgreicher Tests beginnt das Projekt nun, mit der Einführung in Sri Lanka Realität zu werden.

Ein Text von www.breitbandprofis.com.

Quelle Titelbild: Project Loon

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