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Zitis: neue Bundesbehörde soll Messenger als Dienstleistung hacken

Immer mehr Internetangebote setzen auf Verschlüsselung, die meisten Messenger sind mittlerweile Ende-zu-Ende verschlüsselt. Einerseits stellt dies für den Einzelnen mehr Sicherheit dar, allerdings kann das auch zum großen Problem werden. Vor allem Behörden kämpfen gegen die Verschlüsselung, was jüngst der Streit zwischen FBI und Apple gezeigt hat. Jetzt gelangt die Diskussion langsam auch nach Deutschland. Hierzulande sollen die Hersteller nicht zur Kooperation gezwungen werden, vielmehr soll eine Hacker-Behörde ins Leben gerufen werden.

Medienberichten der Süddeutschen Zeitung, WDR und NRD zufolge soll es in Deutschland bald eine neue Bundesbehörde geben. Hinter dem banalen Namen Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich, kurz Zitis, verstecken sich mehr oder weniger Hacker. Die Mitarbeiter der Zitis sollen sich nämlich darauf spezialisieren, sämtliche Kommunikationswege wie Messenger zu hacken und mitlesen zu können. Denn vor allem die Ende-zu-Ende Verschlüsselung wird nicht nur bei Ermittlungen immer mehr zum Problem. Das hat beispielsweise der Streit zwischen dem FBI und Apple in Amerika gezeigt. Wir haben berichtet. Im Gegensatz zu Amerika möchte Deutschland die Hersteller nicht zur Kooperation und Integration von Hintertüren zwingen. Deshalb soll es eben Zitis geben, welche selbst Wege finden soll, Verschlüsselungen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

 

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Bereits im kommenden Jahr soll die neue Bundesbehörde mit rund 60 Mitarbeiten starten. Bis 2022 soll Zitis dann auf bis zu 400 Mitarbeiter ausgeweitet werden. Die Mitarbeiter sollen eigene Techniken entwickeln, Messenger zu knacken. Alternativ werden die Erfahrungen mit befreundeten Staaten ausgetauscht. Die Behörde könne sogar soweit gehen und Sicherheitslücken bei Sicherheitsfirmen oder gar Hackern einkaufen. Allerdings sei Zitis beschränkt und darf selbst keine (Dauer)Überwachung der Bürger vornehmen. Vielmehr tritt die Zitis als Dienstleister auf. Strafverfolger oder Staatsschützer, also die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz, können dann die Dienstleistung buchen und sollen Zugriff auf den gesamten Kommunikationsverlauf bekommen.

Laut den Medienberichten soll sich der Bundesnachrichtendienst (BND) nicht an Zitis beteiligen. Unter anderem will der BND scheinbar verhindern, vor Gericht aussagen zu müssen, wie man an die Informationen gekommen sei. Angeblich seien manche Anbieter beziehungsweise Verschlüsselung doch nicht so sicher, wie sie oftmals dargestellt werden würden. Die Süddeutsche Zeitung berichtet weiter, dass entsprechende Pläne für Zitis den Abgeordneten der großen Koalition vorgelegt wurde. Derzeit lässt sich nur darüber spekulieren, ob die Pläne über die neue Bundesregierung aufgehen oder nicht. Sollte das Vorhaben gelingen, müssen allerdings viele Fragen geklärt werden. Eine der wichtigsten Fragen wäre vermutlich, wann eine Person, besser deren Kommunikationsmittel, von der Zitis gehackt werden dürfen.

Quelle Bild: Shutterstock

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Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


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