Planet of Tech

Urteil: englische AGB von WhatsApp in Deutschland nicht ausreichend

Fast jeder von uns nutzt WhatsApp – und niemand wird die zwölf Seiten der AGB gelesen haben. Richtig? Als ob zwölf Seiten nicht schon Herausforderung genug wären: der gesamte Text wird ausschließlich in Englisch angeboten. Ein Gerichtsurteil untersagt dem Messenger nun, auf einer deutschen Website nur englische AGB anzubieten. Wenn der Text nicht übersetzt wird, droht Facebook eine sechsstellige Strafzahlung.

Schon vor einiger Zeit hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen den bekannten Messenger WhatsApp geklagt. Der zu Facebook gehörende Dienst bietet seine Allgemeine Geschäftskunden nämlich nur in Englisch an. Das Problem dabei: viele Deutsche nutzen das Angebot, ohne zu wissen, worauf sie sich eigentlich einlassen. Laut dem Bundesverband seien die gesamte AGBs zudem in Fachjargon verfasst, was das ganze noch problematischer mache. Denn wer versteht schon kompliziertes Fachenglisch problemlos?

 

lo-c whatsapp messenger WhatsApp Urteil: englische AGB von WhatsApp in Deutschland nicht ausreichend WhatsApp 660x440

 

Auch das Berliner Kammergericht teilt diese Meinung. Laut dem Urteil, welches der Süddeutschen Zeitung vorliegt, muss WhatsApp nun seine AGB ins Deutsche übersetzen. Das gilt im Übrigen nicht nur für den Messenger. Künftig müssen die Geschäftsbedingungen immer in Deutsch angegeben werden, sofern das Angebot auch in Deutschland genutzt werden kann. Laut dem Kammergericht seien die Klauseln zudem intransparent und deshalb nicht rechtskräftig. Wenn Facebook die Texte nicht übersetzt, droht eine Strafe von 250.000 Euro. Das Kammergericht hat keine Revision zugelassen. Letzter Ausweg ist eine Nichtzulassungsklage beim Bundesgerichtshof.

Außerdem hatte das Berliner Kammergericht auch am Impressum der Website etwas zu bemängeln: laut dem Telemediengesetz müssen im Impressum mindestens zwei verschiedene Kontaktmöglichkeiten angeboten werden. Im Fall von WhatsApp wird lediglich eine E-Mail Adresse angegeben, eine Alternative besteht nicht. In diesem Zug hat das Berliner Kammergericht festgelegt, dass ein Link zu sozialen Medien für die Kontaktaufnahme nicht ausreicht und dem Telemediengesetz nicht gerecht werde.

Quelle Bild: Twin Design / Shutterstock.com

Schön, dass du da bist. Wir würden uns sehr freuen, wenn du uns als TechnikSurfer Leser deinen Freunden weiterempfehlen, uns auf den sozialen Netzwerken folgen und unsere App für Android oder iOS installieren würdest. Es lohnt sich - garantiert!

Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


Ähnliche Artikel

Netzfragen: „Wir können nicht bei 50 Megabit stehen bleiben“

Im Interview mit Dr. Christoph Clément von Vodafone diskutieren wir darüber, ob unser Mobilfunknetz so schlecht ist, wie sein Ruf. Wir dürfen keinesfalls auf der 50 Mbit/s Ziellinie stehen bleiben, der Tritt gegen Telekom darf nicht fehlen.

Netzfragen: Bitkom fürchtet schleppende Glasfaser-Versorgung

Im Gespräch mit dem Bitkom klären wir Fragen rund um das Zwei-Klassen-Netz und wie Deutschland mit schnellerem Internet versorgt werden kann. Im Interview erläutert Nick Kriegeskotte, dass ZeroRating per se nicht verurteilt werden solle.

Netzfragen: Telekom will nicht am Billigsten sein

Der Breitbandausbau und 5G stehen im Vordergrund der Telekom. Schließlich investiere der Provider so viel wie kein deutscher Anbieter in den Ausbau und besitze das größte Glasfasernetz, wie uns Michael Hagspihl im Interview erläutert. Außerdem kurble Zero-Rating den Wetteifer an.

Noch keine Kommentare vorhanden Sei der Erste und hinterlasse einen Kommentar!

Hinterlasse einen Kommentar

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*


Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung.