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Urheberrechtsabgaben jetzt auch für Smartphones und Tablets fällig

Nach langen und zähen Verhandlungen haben sich Hersteller mit den Verwertungsgesellschaften geeinigt. Künftig müssen auch für Smartphones und Tablets Urheberrechtsabgaben oder GEMA-Gebühren bezahlt werden. Die Gebühren werden sogar rückwirkend bis 2008 abgerechnet. Der Branchenverband Bitkom sieht die Einigung mit zweierlei Augen.

Seit Jahren verhandeln Verwertungsgesellschaften über Urheberrechtsabgaben für Smartphones und Tablets. Diese werden immer dann fällig, wenn über ein Gerät legale Kopien von urheberrechtlich geschützten Inhalten, wie Musik oder Videos, angefertigt werden können. Dies ist bei Smartphones und Tablets der Fall, weshalb die Gesellschaften Urheberrechtsabgaben gefordert haben. Gemeinsam mit dem Verband Bitkom haben sich die VG Wort, GEMA und VG Bild-Kunst geeinigt. Von nun an werden diese Gebühren fällig. Nicht nur das: die Abgaben werden sogar rückwirkend bis 2008 berechnet. Die Abgaben werden den Herstellern direkt in Rechnung gestellt. Der Endkunde muss sich also nicht vor weiteren Kosten fürchten.

 

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Für Smartphones werden ab 2008 1,33 Euro berechnet. Bis 2014 steigt die Gebühr auf fünf Euro an und sollen sich bis mindestens 2018 nicht verändern. Wenn die Geräte für berufliche Zwecke verwendet werden, werden nur 2,50 Euro ab 2014 fällig. Die Abgaben für Tablets sind weitaus teurer. Die Kosten werden rückwirkend bis 2012 berechnet und starten bei 4,90 Euro. Ab 2015 betragen die Kosten dann sieben Euro. Auch hier sind geschäftliche Tablets günstiger. Diese werden mit maximal 2,80 Euro berechnet. Hersteller, welche nicht dem Branchenverband Bitkom angehören, müssen mit höheren Preisen rechnen. Die Kosten belaufen sich hier auf 6,25 Euro für Smartphones und 8,75 Euro für Tablets. Die Gebühren fallen pro verkaufte Einheit an. Zudem kommen noch Umsatzsteuern hinzu.

Die Verhandlungen laufen schon seit einigen Jahren. 2011 wurden weitaus höhere Beträge gefordert. Damals sollten für Smartphones 36 Euro und für Tablets 15 Euro berechnet werden. Dank der Bitkom konnten die Preise jedoch drastisch reduziert werden. Der Verband geht davon aus, dass die Verwertungsgesellschaften ab 2015 170 Millionen Euro allein durch die neuen Gebühren einnehmen werden – und zwar jährlich.

„<<Mit der Einigung haben wir nicht nur die Unternehmen, sondern vor allem die Verbraucher vor weitaus höheren Abgaben bewahrt<<, betonte Rohleder[, Geschäftsführer der Bitkom]“ (Quelle: Bitkom)

 

Außerdem zeigt sich die Bitkom mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite würde man die Einigung willkommen heißen. Auf der anderen Seite seien die Pauschalabgaben nicht mehr zeitgemäß, so die Bitkom. Der Verband kritisiert, dass Kopien immer weiter zurückgehen würden und der Trend nach und nach zu Streaming übergehe. Allein deshalb müssten die Verwertungsgesellschaften nach einem neuen Modell Ausschau halten.

Quelle Bild: Shutterstock

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Moritz Krauß

Moritz Krauß

Founder & Editor in Chief


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