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Trotz immer neuer Domain-Endungen: .de-Adressen bleiben weiter begehrt

Trotz immer neuer Domain-Endungen: .de-Adressen bleiben weiter begehrt

Websites zu hosten bleibt ein wichtiger Faktor, um sich im Netz professionell darzustellen. Doch immer mehr meiden den Prozess einer Domain-Registrierung und suchen den Weg in das soziale Netzwerk. Vor allem kleinere und kreative Unternehmen haben so die Facebook-Page zu ihrer ersten Webadresse gemacht. In den USA ist dazu im Rahmen einer Tech-Konferenz eine App vorgestellt worden, die die Facebook Seite zur echten Website macht. Das macht insofern Sinn, als dass allein in Deutschland die Anzahl aller Abrufe von Websites in über 20 Prozent der Fälle über mobile Endgeräte erfolgt und davon soziale beziehungsweise lokale Dienste überdurchschnittlich profitieren – und das bei einer jährlichen Steigerung von 7,3 Prozent.

Doch die neuen Domain-Endungen für Städte wie .berlin tragen dieser Entwicklung ebenso Rechnung. Das ist aber für viele Firmen problematisch, da sie durch die inflationäre Zunahme neuer Domain-Endungen wie .kinder oder .shop zunehmend verunsichert sind und sich vielfältigen Streitigkeiten ausgesetzt sehen. Und die Zunahme an Auswahlmöglichkeiten steigt beständig. Ab Anfang Mai sind die neuen Endungen .sale und .video verfügbar. Mitte Mai folgen dann .chat und .style, die allesamt zu einer weiteren Differenzierung im Bereich Websites führen werden – und zu mehr Unklarheit. Trotz oder gerade aufgrund dieser zunehmenden Auswahl und Beliebigkeit in Sachen Domains bleibt in Deutschland die klassische .de-Endung in Sachen Seriosität und Bekanntheit das Maß aller Dinge. Große Hosting-Dienstleister wie 1und1.de sind daher als Genossenschaftsmitglieder des Deutschen Network Information Centers (Denic) direkt an der Quelle der .de-Domains, die diese Domain-Endung zentral verwaltet. Im Jahr 2014 sind genau 14.596.087 .de-Adressen von in Deutschland ansässigen Firmen und Personen registriert worden. Das ist zwar nur eine Steigerung um 0,63 Prozent, die Zahl bewegt sich aber trotz der Domain-Konkurrenz auf hohem Niveau.

 

Insgesamt kommen auf 1.000 Einwohner genau 181 .de-Domains, sodass rein statistisch heute jeder fünfte Bundesbürger über eine entsprechende Adresse verfügt. Europaweit liegt Deutschland damit hinter den Niederlanden, der Schweiz und Dänemark auf dem vierten Platz. Im nationalen Vergleich führt Osnabrück mit 1.416 Domains je 1.000 Einwohner, vor Starnberg (474/1000) und Freising in Bayern (460/1000). Einen großen Sprung um 42,6 Prozent bei den deutschen Endungen hat Kaiserslautern gemacht. Diese Entwicklung zeigt beispielhaft, wie begehrt die alten Endungen immer noch sind. Auf der anderen Seite zählen in dem Kontext Endungen wie .berlin aktuell zu den großen Verlierern, die zuletzt im Vergleich zu anderen Endungen rund 10 Prozent eingebüßt hat. Ein Grund: viele haben sich eine entsprechende Adresse registriert, ohne sie nach Ablauf des Jahres verlängern zu lassen. Das spricht dafür, dass viele mit den neuen Endungen nicht viel anzufangen wussten.

Das viele Registrierungen oftmals nur von Markeninhabern vorgenommen werden, um Missbrauch vorzubeugen, haben Vorgänge zur Endung .porn gezeigt. Hier haben die Firmen mit einer Registrierung verhindern wollen, dass jemand die Marke in den Schmutz zieht. Ähnlich verhält es sich mit der Endung .sucks, um die es gerade zahlreiche Diskussionen gibt. Ein großer Gewinner ist derweil die Endung .top, die seit Jahresbeginn über ein stetiges Plus an Registrierungen verfügt. In einem der letzten Monate waren es sogar 20 Prozent. Der Grund: sie ist kurz, seriös, positiv und universell, genau das wollen die Firmen in Zeiten der Globalisierung – die es ja so nur dank des Internets gibt.

 

Bevor also die Interessenten und Firmen auf heute noch exotisch anmutende Endungen umsteigen, wagen viele lieber den Versuch, mit Facebook eine Website-Alternative aufzubauen. Die Relevanz von mobilen Anwendungen gegenüber dem Domain-Namen als digitales Aushängeschild und Suchparameter wird sicher in Zukunft auch bei der Wahl der neuen Domain-Endungen verstärkt eine Rolle spielen. Denn so können spezifische Endungen auch einen strategischen Wert entfalten, der technisch langfristig plausibel ist.

Quelle Titelbild: Shutterstock

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Maximilian Eitel

Maximilian Eitel

Freier Autor


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