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Test: Huawei P9 Lite – neue Mittelklasse schlägt Highend aus 2015

Wie auch schon der Vorgänger sorgt das Huawei P9 Lite für mächtigen Aufruhr. Der Chinese verbaut dem günstigen Mittelklasse-Gerät einen extrem guten Prozessor, welcher darüber hinaus mit ordentlich Power dienen kann. Ich persönlich besitze das Huawei P8, welches sogar bei der günstigeren Nachfolgervariante ganz schön alt aussieht. Weshalb das Mittelklasse-Gerät ein Highend-Modell schlagen kann, möchte ich in dem Test näher erläutern. Wir durften das Huawei P9 Lite zwei Wochen lang ausgiebig testen und schildern euch unsere Testeindrücke.

 

Lieferung und Einrichtung

Das Huawei P9 Lite kommt in einer unspektakulären, schlichten weißen Verpackung daher. Das Smartphone wird in der Verpackung nur lieblos präsentiert. Hier hatte der Vorgänger deutlich mehr zu bieten. Mitgeliefert wurden dann wie immer die Kopfhörer, welche stark an die Apple Earpods erinnern, sowie das Netzteil und das Ladekabel mit normalem microUSB Anschluss. Die Android-typische Einrichtung ist schnell und einfach gestaltet. Der Nutzer wird durch das Einleitungsmenü geführt, welches selbsterklärend ist. Das Huawei P9 Lite läuft von Haus aus mit dem Betriebssystem Android Marshmallow 6.0. Die Software kommt mit zahlreichen vorinstallierten Apps daher, während auch hauseigene Programme bereits installiert sind. Dazu gehört unter anderem Huaweis hauseigene Smartwatch App.

 

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Design und Verarbeitung

Der Rahmen des Huawei P9 Lite besteht leider noch immer aus Plastik. Auf den Kunststoffrücken konnte der Chinese bislang nicht verzichten. Dennoch fühlt sich das Gerät in den Händen nicht billig an – so war es nämlich noch beim Vorgänger der Fall. Für den Preis ist der Plastikrahmen in meiner Sicht jedoch durchaus angebracht. Denn das Huawei P9 Lite ist eben ein Mittelklasse-Gerät, welches dennoch ordentlich Leistung aufweist.

Über die Kopfhörer lässt sich hingegen streiten. In meinem Fall gefallen mir die Hartplastik-Kopfhörer nicht, weshalb ich schnellstmöglich meine eigenen Kopfhörer verwendet habe. Dennoch bleibt zu sagen, dass die mitgelieferten Kopfhörer einen ordentlichen Klang haben. Bei längerem Gebrauch können allerdings Ohrenschmerzen auftreten. Der allgemeine Aufbau unterscheidet sich aber nicht wirklich vom Vorgänger oder dem großen Bruder. Das Smartphone ist ein wenig größer als das Huawei P8, welches ich benutze, liegt aber immer noch wunderbar in der Hand. Die 5,2 Zoll sind optimal ausbalanciert. Einzig und allein wurden auf zwei Einschubschlitze verzichtet. Die microSD- und SIM-Karte teilen sich nun einen Slot. Sieht optisch schöner aus, beim Tausch einer der beiden Karten muss allerdings etwas besser aufgepasst werden.

 

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Geschwindigkeit und Bedienbarkeit

In dem Huawei P9 Lite werkelt der Achtkernprozessor HiSilicon Kirin650. Unterstützt wird dieser durch drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Speicher stehen intern 16 Gigabyte zur Verfügung. Leider sind davon schon 9,6 Gigabyte von Haus aus belegt. Jedoch kann der Speicher mit einer microSD-Karte auf 256 GB erweitert werden. Das ist im Gegensatz zum Vorgänger besser umgesetzt. Alltagsaufgaben erledigt das Mittelklasse-Gerät ohne Probleme. Hin und wieder traten kleinere Ruckler auf, welchen keine große Bedeutung geschenkt werden muss. Aufwendigere Spiele, wie Real Racing 3 oder Smash Hit, laufen auf dem Smartphone ohne Probleme.

Einer der wichtigsten Punkte ist für mich der Bildschirm der Lite-Serie. Denn was mich im letzten Jahr vom Kauf des Huawei P8 Lite abschreckte, war das schlechtere Display. Damals verbaute Huawei leider nur ein 720 Pixel Panel, was mich letztes Jahr verunsicherte. Dieses Jahr schickt Huawei ihre Nesthäkchen mit einem 1080 Pixel Display in die Welt, was ich fast als die beste Neuerung ansehe. Denn das Display ist super ablesbar und gestochen scharf. Natürlich wäre mir 4K auch lieber, aber für ein Mittelklasse Smartphone schon damals wie heute kein Must-Have. Die Bedienbarkeit ist im Grunde identisch mit den Vorgängern. Die Bedienoberfläche erinnert noch immer an Apples iOS, ebenso wie die praktische Suchleiste und das nicht vorhandene App-Menü.

 

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Kamera

Bei der Kamera macht das Huawei P9 Lite keinen Sprung nach vorne. Mir kommt es persönlich so vor, als wäre die Kamera des Huawei P8 verbaut. Die Kamera auf der Rückseite bietet eine Auflösung von 13 Megapixel und die Frontkamera lediglich acht Megapixel. Das heißt, es steckt genau die gleiche Kamera in der Rückseite wie bei meinem Alltagsbegleiter. Nur die Frontkamera wird um drei Megapixel aufpoliert und ist somit besser für Selfies geeignet. Trotzdem: das ist Kritik auf hohem Niveau – und das bei der Mittelklasse. Denn die Kamera ist mehr als ausreichend und bietet selbst bei schlechten Lichtverhältnissen ordentliche Bilder. Bei guten bis sehr guten Lichtverhältnissen können die Bilder mit den der Highend-Flaggschiffen durchaus mithalten.

 

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Akku

Der Akku des Huawei P9 Lite ist Highend-verdächtig. Der Hersteller verpasst dem Smartphone üppige 3.000 mAh Nennleistung. Damit ist der Akku größer, als der vom dem Vorgänger. Mit dem Akku sind zwei Tage Benutzung locker drin. Natürlich kommt die Laufzeit auf die Nutzungsintensität an. Im Test habe ich es bei normaler Nutzung (WhatsApp, Facebook, ein – zwei Spiele) auf zwei Tage geschafft. Das finde ich einen super Wert. Leider braucht das Smartphone recht lange, bis es seine 100 Prozent wieder erreicht. Mindestens drei Stunden sollten eingeplant werden, bis der Akkustand 85 Prozent erreicht, was ich viel zu lange finde. Fast schon Standard heutzutage: der Akku ist fest in dem Gehäuse des Huawei P9 Lite verbaut und kann somit nicht gewechselt werden.

 

Features

Nun komme ich zu einer großen Neuerung des Huawei P9 Lite: der Fingerabdrucksensor. Dieser ist – wie bei Huawei üblich – auf der Rückseite verbaut. Kurz gesagt: der Fingerabdrucksensor ist extrem nützlich. Nicht nur das Entsperren wird leichter. Der Sensor arbeitet zeitgleich nämlich auch als Auslöser. Ebenso kann er dazu dienen durch die Galerie der Aufnahmen oder Screenshots zu blättern. Jetzt ergibt es endlich Sinn, dass sich der Sensor unter der Hauptkamera befindet.

 

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Fazit

An dem Huawei P9 Lite gibt es nichts auszusetzen – naja fast. Der Ladevorgang braucht ziemlich lange, das Plastikgehäuse ist auch nicht jedermanns Sache. Das war es aber auch schon. Ansonsten macht das Huawei P9 Lite alles richtig und kann damit andere Mittelklasse-Gräte schnell links liegen lassen. Das Smartphone sieht super aus und hat noch ordentlich was unter der Haube. Auch der Preis ist für die Qualität und Leistung unverbesserlich. In meinen Augen könnte das Huawei P9 Lite das Huawei P8 sogar schlagen, wenn bessere Lautsprecher und eine bessere Kamera verbaut wären. Trotzdem: bei dem Preis kann niemand etwas falsch machen.

 

Sale
Huawei P9 lite Smartphone (13,2 cm (5,2 Zoll) Touch-Display, 16GB interner Speicher, 3GB RAM, Android 6) schwarz
  • 13 Megapixel Hauptkamera mit LED-Blitz, 8 Megapixel Frontkamera für perfekte Fotos auch bei schwachem Licht
  • 7,5 mm dünner Metallrahmen mit hochauflösendem 13.2 cm (5. Zoll) Full HD Display, 1920 x 1080 Pixel
  • Präziser und sicherer Fingerabdrucksensor mit 360 Grad Erkennung
  • 3000 mAh Akku mit intelligenter Power-Saving-Technologie, Dual Sim betrieb- SIM und SD-Card oder zwei SIM Cards, Nano SIM

Letzte Aktualisierung am 16.08.2018, es gilt nur der aktuelle Preis, welcher direkt bei Amazon angezeigt wird. Alle Preise ohne Gewähr und ohne Versandkosten. Bilder von der Amazon Product Advertising API. Alle Links sind Affilate Links

Design
14out of 5
Verarbeitung
16out of 5
Geschwindigkeit
16out of 5
Klang
14out of 5
Features
16out of 5
Akkulaufzeit
14out of 5
Preis
18out of 5
Preis-Leistung
16out of 5

Zusammenfassung

Das Huawei P9 Lite lässt nach zweiwöchiger Testphase kaum Wünsche offen. Lediglich bei der Kamera und dem Gehäuse gibt es Verbesserungspotential, der eingebaute Akku und Prozessor machen überragende Arbeit. Für 300 Euro bekommt der Nutzer ein billiges Mittelklasse-Gerät, welches sicherlich auch gegen die untere Highend-Sparte antreten könnte. Optimaler Preis, gute Hardware - was will man mehr.

3.89

3.89 out of 5
Gut

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Yannic Tschickardt

Yannic Tschickardt

Freier Autor


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